Social Media & Co. – wie gehen wir damit an Schulen um?
Shownotes
Social Media, KI und Gaming prägen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Schulen können dabei eine wichtige Rolle übernehmen, wenn es darum geht, digitale Medien kompetent und kritisch zu nutzen. Diesem Thema widmet sich der aktuelle Podcast «Resonanzraum Bildung».
Wie wirken sich Social Media auf Aufmerksamkeit und soziales Miteinander aus? Welchen Einfluss hat die künstliche Intelligenz auf die Mediennutzung? Und welche Potenziale bietet Gaming für die Schule? Im Podcast «Resonanzraum Bildung» spricht Moderatorin Wiltrud Weidinger mit Peter Holzwarth, Dozent an der PH Zürich, über den Umgang mit digitalen Medien im Schulalltag.
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00:00:00: Und eine ... Lehrperson hat einen Schüler mitgebracht, der ein Game uns präsentiert hat.
00:00:05: Er hat seinen Beamer angeschlossen und er hat uns sozusagen was vorgegamed.
00:00:08: Und wir konnten dann nachvollziehen wie ist die Spiellogik?
00:00:11: Was ist das Interessante an dem Game?
00:00:13: Und er hat auch sehr ehrlich über so Themen wie Wie kann ich das managen mit Suchtpotenzial?
00:00:18: Wie kann Ich mich selber regulieren dass ich nicht zu viel spiel und zwar eine ziemlich offene ehrliche Darstellung.
00:00:23: und also das fand ich ein schönes Beispiel wie eben Die junge Generationen auch Erfahrungswelten eröffnen kann für ältere die vielleicht so in das Gaming-Zeitalter reingeboren waren.
00:00:33: Social Media, KI und Gaming – digitale Medien prägen
00:00:37: den Alltag
00:00:38: von Kindern und Jugendlichen.
00:00:40: Doch was bedeutet das
00:00:41: für die Schule?
00:00:43: Wie viel Regulierung braucht
00:00:44: es
00:00:44: und wie viele Begleitung?
00:00:46: Und wie können Lehrpersonen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, digitale Medien kompetent und
00:00:52: kritisch zu nutzen?
00:00:54: Jetzt im Resonanzraumbildung!
00:00:57: Ein Podcast der Pär Zürich Peter Holzwart von der PR Zürich.
00:01:02: Moderation wie Trut
00:01:05: bei Dinger.
00:01:07: Ob beim Chatten und Vernetzen, beim Spielen oder beim Lernen mit KI Kinder- und Jugendliche bewegen sich ganz selbstverständlich in digitalen Räumen.
00:01:17: Dabei entstehen neue Möglichkeiten aber auch neue Herausforderungen für Schule und Unterricht.
00:01:22: Doch was bedeutet das für Lehrpersonen?
00:01:25: Wie lässt sich ein kompetenter Umgang mit Social Media fördern?
00:01:29: Was verändert künstliche Intelligenz beim Lernen Und welche Rolle kann Gaming in der Schule spielen?
00:01:35: Darüber spreche ich heute mit Peter Holzwart, Dozent an der pädagogischen Hochschule Zürich und Fachperson für Medienbildung.
00:01:43: Herzlich willkommen Herr Holzwert hier bei uns im Studio.
00:01:45: Schön, dass Sie heute da bei uns sind!
00:01:47: Vielen Dank!
00:01:48: Ja gleich am Anfang dieses Gesprächs eine Frage an Sie ganz persönlich was fasziniert denn Sie ganz persönlich an Social Media?
00:01:57: oder wo sehen sie für sich vielleicht auch Stolpersteine?
00:02:01: Also an erster Stelle bin ich eigentlich fasziniert von dem kreativen Selbstausdruck, den man vorfindet.
00:02:07: Wenn wir mal durch scrollt – so was wie Instagram oder TikTok – findet man unheimlich viel Menschen die kreative Sachen von sich zeigen, die irgendwelche Skills und Kompetenzen zeigen auch auf sprachlicher Ebene, auf sportlicher Ebène ... Auch auf künstlerischer Ebene.
00:02:24: Ich interessiere mich sehr für Fotografie beruflich und privat.
00:02:29: spannende Ideen und Anregungen ist es auch ein sehr visuelles Medium.
00:02:33: Und ja, auch für eine gute Lebensführung kann man sich Inspirationen holen also Ideen für den Umgang mit Medien zum Beispiel auch.
00:02:43: aber faszinierend ist für mich auch dass das so extrem ambivalent ist.
00:02:46: also man hat ganz viele Chancen und Möglichkeiten sich zu inspirieren aber auch ganz viele stolper Steine und schwierige Aspekte wie
00:02:53: z.B.,
00:02:56: Apps so gebaut sind, dass man extrem lang verweilt.
00:02:59: Also das ist eigentlich auch das Prinzip des Ökonomisch.
00:03:02: Dann einen guten Outcome bedeutet für die Firmen.
00:03:05: also je länger man drauf bleibt desto mehr Daten können abgegriffen werden und desto meer Werbung kann eben auch geschaltet werden und durch den Algorithmus kann diese Werbung eben auch sehr individualisiert sein.
00:03:17: Das
00:03:18: heißt man bekommt dann immer Ähnliches oder?
00:03:21: Man bekommt von der Werbung vielleicht Sachen, die zugeschnitten sind auf die eigenen Bedürfnisse.
00:03:25: Die man selber bekundet hat durch seinen Klickverhalten und Wischverhalten.
00:03:31: Und natürlich gibt es sehr viele Inhalte, die auch nicht altersatequat sind für bestimmte Nutzerinnen- und Nutzergruppen.
00:03:37: Es sind Inhalten, die nicht entwicklungsförderlich sind neben den Inhalten, die ja auch entwickungsförderlos sind.
00:03:44: Das ist eine Riesenherausforderung für Individuen, Vereltern aber auch für die Schule Und es sollte auch für die Politik und die Techfirmen eine Herausforderung sein.
00:03:55: Da wird man vielleicht später noch dazukommen?
00:03:57: Ja, das heißt auch einerseits Inspiration, die man daraus gewinnen kann oder auf DC persönlich daraus zu gewinnen aber andererseits auch das Bewusstsein für eben was das mit uns macht.
00:04:09: jetzt meine nächste Frage an Sie vielleicht auch Die heutige Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.
00:04:15: Sie sind ja doch einige Jahre schon vergangen.
00:04:17: Wie hat sich das aus Ihrer Sicht verändert im Laufe der letzten Jahre?
00:04:23: Ich mach mal ein Beispiel mit einem beliebten Jugendmedium, dass sie vielleicht auch noch kennen von früher die Bravo-Jugendmagazine ... Natürlich!
00:04:31: Die waren irgendwann mal fertig gelesen und durchgeblättert.
00:04:33: Man hat seine Stars gesehen, man hat sich informiert über Sexualität, Songtexte übersetzt bekommen zum Teil.
00:04:42: Irgendwann war es fertig gelesen, dann hat man's weggelegt.
00:04:45: Ähnlich zwanzig Minuten, die es früher noch gab.
00:04:48: Das war irgendwann durchgeblättert beim Pendeln und das war sozusagen ein natürlicher Stopping Cues.
00:04:53: Stopping Queues ist ja die Bezeichnung für einen Aspekt der einen dazu bringt, dass zu beenden.
00:04:58: Und diese Social Media Filme, die immer weiterwischt haben eben keine natürlichen Stopping queues.
00:05:04: D.h.,
00:05:05: es gibt nie am Ende irgendeine Folie wo steht Gratulation Sie haben alle Inhalte von Instagram angeschaut.
00:05:11: Es geht immer weiter, man kann immer weiter wischen es ist nie irgendeinen Ende und das heißt das Subjekt des Individuum muss selber diesen Punkt finden mit eigener Willenskraft und das hat sich sehr stark verändert dass man eben ja diese willenskraft braucht.
00:05:26: man spricht auch von exekutiven Funktionen die Selbststeuerung.
00:05:30: dass man sagt so jetzt ist gut.
00:05:32: ich habe auch noch anderes in meinem Leben.
00:05:34: Ich hab Freunde, ich hab Robbis, ich habe Familie Partnerinnen, Partner oder Hausaufgaben Sachen, die man für die Uni machen muss.
00:05:44: Dass man sich selber bremst und sagt so jetzt geht es weiter.
00:05:47: Da brauchen junge Leute Strategien wie zum Beispiel eine Uhrstellen oder App eingebaute Features, die dann Zeit limitieren.
00:05:56: Und daran müssen wir arbeiten im Bildungsbereich, dass die Leute befähigt werden selbst zu stoppen.
00:06:03: Man hört ja auch in meinem Zusammenhang mit Social Media diese Phänomene wie Cybermobbing ... Sie haben schon angesprochen, ein problematisches Nutzungsverhalten dran zu bleiben.
00:06:13: Sich vielleicht auch hineinziehen zu lassen.
00:06:16: Andererseits auch den sozialen Vergleich.
00:06:17: oder man sieht ja auf Social Media immer ganz tolle Personen mit ganz tollen Erlebnissen und tollem Leben Und auch Schönheitsidealen usw.
00:06:28: Ganz eine provokative Frage vielleicht Wie sozial sind denn diese Medien aus ihrer Sicht?
00:06:35: Ist es sogar so, dass man von den sogenannten asocialen Medien sprechen könnte?
00:06:39: Ich würde sagen das ist radikal beides.
00:06:41: Das kann beides sein und je nach Nutzungsverhalten kann sozusagen der soziale Aspekt stärker hervorgehoben sein oder der asoziale.
00:06:51: also es führt zu einer sehr starken Vergemeinschaftung.
00:06:54: junge Leute reden über ähnliche Inhalte die sie gesehen haben.
00:06:57: Six Seven ist so ein Phänomen, dass es vor einiger Zeit gab als Abgrenzung auch gegenüber der älteren Generation die nichts damit anfangen kann.
00:07:05: Also solche Trends für Gemeinschaft und führen zu einem Gemeinschafsgefühl und Menschen mit speziellen Hobbys oder speziellen Orientierungen können dann auch eine Community finden über Social Media wo sie ihresgleichen finden vielleicht lebens in dem Dorf wo's eben diese gemeinsamen Interessen gar nicht face-to-face auffindbar gibt.
00:07:25: aber Sie finden virtuell über Social Media gleichgesinnte Personen.
00:07:30: Das ist sozusagen auf der sozialen Seite ein Punkt, dann das Thema Anschlusskommunikation.
00:07:37: Man schaut was gemeinsam und redet darüber.
00:07:39: Man tauscht sich aus über die Werte.
00:07:41: Man redet vielleicht drüber ja würdest du dich auch selber so darstellen mit der Kleidung oder gibt es für dich bestimmte Grenzen?
00:07:49: Und das Asoziale spielt eine große Rolle.
00:07:51: also Mobbing.
00:07:51: Phänomene gibt's schon sehr lang Auf dem Schulhof, auf dem nach Hause Weg.
00:07:56: Und das Neue ist eben, dass es immer weitergeht.
00:07:59: Weil wenn man zuhause war früher hat's aufgehört.
00:08:02: Man war bei den Eltern oder bei den Erziehungsberechtigten.
00:08:05: aber heute kann des quälen und ärgern und beleidigen über das Handy endlos weitergehen.
00:08:13: Es gibt auch Vereinsamungsphänomene, dass man sieht Menschen sitzen im Zug und reden nicht miteinander sondern sind an ihren Geräten.
00:08:22: Also es gibt Experimente, wo Leute ihr Handy mal für eine Woche weglegen und dann ausprobieren wie ist mein Leben.
00:08:28: Und da habe ich auch Feedbacks gehört das Leute auf einmal entdecken kann mit Leuten reden im öffentlichen Nahverkehr oder im Bus.
00:08:37: Ja oder sogar vielleicht am Familientisch beim Abendessen?
00:08:41: Das gibt's auch Familien, wo das Handy dort eine Rolle spielt und nicht wegelegt wird.
00:08:45: genau Also ich würde sagen, radikal beides.
00:08:48: Es gibt eine Anlage für das soziale in den sozialen Medien aber auch für das asoziale und da denke ich ist eben auch die Schule gefragt um eben Medienkompetenz zu vermitteln dass mehr diese förderlichen sozialen potenziell nützliche Elemente genutzt werden also dass man darüber redet und aufgezeigt bekommt als Schülerinnen Schüler wo kann ich die Potentiale zum einem nutzen?
00:09:11: Zu meiner positiven Entwicklung gebrauchen?
00:09:13: Das ist ja doch ein großer Teil, der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen geworden.
00:09:18: Die Frage, die sich natürlich schon noch stellt ... Für Lehrpersonen und alle, die im Bildung tätig sind, wie verändert das meinen Alltag als Lehrperson?
00:09:27: Oder was muss ich anders machen?
00:09:29: oder wie begegne ich dem in Unterricht?
00:09:33: Oder vielleicht auch in der Unterrichtsfreienzeit, in meiner Planung, in meine Reflexion?
00:09:40: Welchen Impact hat das aus Ihrer Sicht?
00:09:43: Also ich benutze gerne in der Ausbildung und in der Weiterbildung des Vorstellungsbilds, dass wenn wir als Lehrperson oder als Dozierende von einer Gruppe sind dann können wir nicht weiter gewischt werden.
00:09:54: Aber wir haben eine Zielgruppe die das gewohnt ist also die Zielgruppes gewohnten sobald es ein bisschen langweilig wird auf dem Handy.
00:10:00: man kann weiterwischen aber Unterricht ist eben nicht so bunt mit Musik unterlegt und schnell geschnitten wie im TikTok- oder Instagram Video.
00:10:11: Da muss man sich auch manchmal durchbeißen.
00:10:13: Da gibt's Phasen, wo es anstrengend ist.
00:10:16: Verstehensprozesse, die sozusagen ... ein längeres kognitives Engagement bedeuten.
00:10:23: Ist es denn so?
00:10:23: Entschuldigen Sie, dass ich sie unterbreche?
00:10:25: Dass die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern und Jugendlichen verändert hat durch Social Media?
00:10:30: Ich gehe davon aus, dadurch, dass sie gewohnt sind weiterzuwischen.
00:10:35: Das Schwierige in Situationen, bei denen man das eben nicht kann.
00:10:38: Und dann gibt's ja auch ... bei Studierenden die Tendenz, dass man andere Aktivitäten noch nebenhermacht.
00:10:44: Das Handy rausnimmt oder den aufgeklappten Computer noch für andere Sachen nutzt.
00:10:49: Also ich glaube das müssen sich Lehrpersonen klarmachen, dass diese Aufmerksamkeitsspanne sich verändert hat auch durch die Dopamin-Ausschüttung weil ja durch diese Kurzvideos in einer sehr kurzen schnellen Frequenz Dopaminausschütterungen stattfinden.
00:11:04: und der Unterricht kann doch so gut sein!
00:11:06: Man wird nicht diese schnelle Frequence an Erfolgserlebnissen, die mit Dopamin dann zu tun haben und RHA-Erlebnisse.
00:11:13: Und quasi humorvolle Aspekte.
00:11:16: Das wird man so nicht hinkriegen.
00:11:17: Und das würde ich auch Studierenden raten oder angehenden Lehrpersonen, dass sie das gar nicht erst anstreben den Unterricht so zu gestalten wie Influencerinnen und Influencern.
00:11:27: Also ich denke... Also
00:11:28: quasi ein Votum gegen die Animation, oder?
00:11:31: Ja.
00:11:33: Ich finde es durchaus gut, Filme einzubauen mit Bildern zu arbeiten auch mit kreativen Methoden zu arbeiten wo Schülerinnen und Schüler ins Handeln kommen und kreative Sachen machen Abwechslung auch Sozialformen variieren nicht lang am Stück referieren aber ich denke ... sich am Ideal der Influencerinnen und Influenzer zu orientieren.
00:11:57: Ich denke, das wäre in dem Schul-Setting nicht möglich und nicht erstrebenswert.
00:12:02: Also ich denke Schülerinnen und Schüler müssen auch lernen bestimmte Sachen auszuhalten weil in der Berufswelt wird es später dann ja auch Nichtsachen zum Weiterwischen geben.
00:12:11: da gibt's dann wahrscheinlich je nach Beruf auch Arbeitstypen wo man nicht so gern macht die man eben nicht weiter wischen kann.
00:12:18: Auch die Steuererklärung muss man machen und kann das nicht weiterwischen
00:12:23: oder das große Potenzial von Schule nützen, dass wir hier miteinander im Raum sitzen und dass wir ja miteinander sprechen können.
00:12:30: In den Dialogen die persönliche Begegnung gehen können?
00:12:34: Dann sind, denke ich, Lehrpersonen auch noch heraus gefordert, dass sie sich möglichst ein bisschen auskennen sollten mit Social Media.
00:12:40: Wir haben neulich mal an der Perne Weiterbildung gemacht für Dozierende, wo deutlich wurde, dass viele Dozierenden sich gar nicht auskernen mit diesem Genre hochformatige Kurzfilme Und sie haben dann auch das selber welche produzieren können, einfach um das mal auszuprobieren.
00:12:57: Wie es ist wie sich's anfühlt wenn man sich selber im Film sieht.
00:13:01: also das denke ich ist eine Herausforderung für die Weiterbildung oder für die persönliche Weiterbildung dass man sich darauf einlässt dass man vielleicht sogar selber mal Instagram installiert und guckt wie fühlt sich das an?
00:13:13: viele Leute kennen das Zappen von früher Fernsehprogrammen mit der Fernbedienung durchgehen und das ist ja auch ein Mix aus kurzen Ausschnitten.
00:13:22: Aber diese Kurzfilme sind in sich geschlossen, es ist eine andere Erfahrung und ich würde die Lehrperson empfehlen also dass sie vielleicht selber das mal ausprobieren an ihrem eigenen Gerät oder bei jemand anders gucken wie sich das anfühlt um eben sich besser einfühlen zu können in die Faszination für Jugendliche und auch Kinder.
00:13:42: Es ist ja eine unheimliche Faszination Kleinkinder sind schon extrem fasziniert von dem Monitor.
00:13:50: Um das besser nachzufühlen, denke ich, wäre es wichtig sich darauf einzulassen und vielleicht auch die Idee dass man mit Filmen arbeiten kann.
00:13:57: also man kann Filme runterladen von Social Media oder abfilmen und dann beispielsweise als Diskussionsgrundlage verwenden wo dann die Klasse darüber diskutiert.
00:14:07: ja wie finde ich das jetzt diese Selbstdarstellung?
00:14:10: würde ich das auch so machen?
00:14:11: Oder würde ich's bewusst nicht so machen?
00:14:13: Oder man findet auch bildungsrelevante Inhalte, die man medientidaktisch einsetzen kann.
00:14:19: Also das Spektrum an Themen ist so breit dass man eben auch Schulthemen findet.
00:14:23: Man findet in letzter Zeit auch oft Influencerinnen und Influenzern, die zu Schul-Themen Sachen veröffentlichen.
00:14:30: Sei es jetzt wie man mit Störungen im Unterricht umgeht, wie man sich organisiert, wie der die Klassenraum Innenarchitektur gestaltet werden kann.
00:14:40: also da gibt's auch schulbezogen sehr viele spannende Inhalten die man für sich nutzen kann, aber auch wie die Klasse nutzen kann.
00:14:46: Ja also einerseits wenn ich sie richtig verstehe das Kennen lernen, das eigene kennenlernen dieser Medien Vielleicht sogar das Nutzen, das Sinnvolle für sich selbst als Lehrperson.
00:14:56: Für verschiedene Themen oder Aspekte meines Jobs.
00:14:59: Andererseits aber auch das Konkrete oder wirkliche Nutzen für den Unterricht und das Sensibilisieren eben auch für das kritische Denken, dass Sie ja jetzt angesprochen haben.
00:15:09: Jetzt gibt es natürlich ein Thema, das immer wieder auch in den Vordergrund kommt und das ist KI.
00:15:13: oder man muss ja auch lernen zu unterscheiden welche Filme die ich hier sehe In der Ökronologie sind denn jetzt KI generiert.
00:15:23: Welche sind echt?
00:15:24: Ist das Fake oder ist es real?
00:15:28: Und ... KI hat natürlich auch Eingang nicht nur durch Social Media, sondern eben auch durch das Potenzial, dass darin steckt in den Unterricht gefunden.
00:15:37: Oder das Generieren von Texten und Stellen von Fragen.
00:15:41: Oder auch das Aufgaben erklären.
00:15:44: Dass ich mit einem einfachen Prompt ja auch bekomme.
00:15:47: Wie verändert denn ... diese Sicht auf KI auch die Medienbildung.
00:15:52: Sie sind ja Experte dafür, oder sie haben angesprochen auch das Fotografieren und arbeiten mit verschiedenen Arten von Medien ... Was bedeutet das nun im Zeitalter von KI?
00:16:03: Also, Sie haben es schon angesprochen.
00:16:04: Das Thema Fake News hat einen ganz neuen Stellenwert bekommen durch KI, weil man eben Bilder- und Filme so generieren kann, dass man's eigentlich nicht mehr unterscheiden kann.
00:16:14: Wir sind jetzt an einem Punkt, wo diese Unterscheidungsmöglichkeit verloren geht.
00:16:18: Vorneweile gab es noch spezielle Finger, wo ein sechster Finger dabei war oder die Nase war komisch.
00:16:24: Also in der Anfangszeit als Bilder generiert wurden da hat man auch gelacht und fand das vielleicht lustig wie manche Bilder sozusagen schlechte in Prompt umsetzen.
00:16:33: aber jetzt mal an einem Punkt wo wir eigentlich diese Sicherheit die wir hatten ich kann's noch unterscheiden Da ist vielleicht die Haut so ein bisschen weich gezeichnet da sind Finger zu viel oder da ist irgendwas komisch am Ärmel.
00:16:46: Also dadurch, dass die Technologie sich extrem weiterentwickelt, können wir das eigentlich nicht mehr unterscheiden.
00:16:51: Und es hat eben sehr krasse Implikationen auch für politische Botschaften.
00:16:56: Das heißt ich kann eigentlich Persönlichkeiten aus der Öffentlichkeit Politikerinnen und Politiker alles Mögliche sagen lassen und machen lassen.
00:17:05: Da braucht's unbedingt eine kritische Öffentlichkeit, die genau hinschaut und sagt Ich bin mir nicht sicher solange ich mir nicht tue ich es auf jeden Fall mal nicht weiterleiten oder ich gerecherchieren und überlege, in welchen anderen Kontexten könnte der Film noch gezeigt werden.
00:17:23: Also da braucht die junge Generation auch die ältere aber besonders die jüngeren Kompetenzen um eben mit solchen Unklarheiten umzugehen.
00:17:32: ist das jetzt echt?
00:17:33: Oder ist es nicht echt?
00:17:35: also ich denke Fake News ist so ein ganz großes Thema.
00:17:39: Aber die Schule insgesamt nicht nur im Kontext Medienbildung Die Schule insgesamt ist extrem herausgefordert dass kritische Denken aus meiner Sicht ein Stück weit infrage gestellt ist, weil durch Schreibprozesse ja auch sehr stark Perspektivenwechsel und kritisches Denken gefördert werden.
00:17:56: Also nicht nur durchschreiben, aber auch durchreden.
00:17:59: Aber ein wichtiger Weg oder ein sehr spannender Weg des kritischen Denken zu lernen, verschiedene Positionen einzunehmen, geht durch das Schreiben.
00:18:11: Und wenn weniger geschrieben wird oder vielleicht das Schreiben gar nicht mehr so gelernt wird, wie in den früheren Zeiten.
00:18:17: Wenn eher Prompten gelernt wird dann ist es sehr heikel auch für das kritische Denken dass wir ja auch dringend brauchen In dem Fake News Kontext und im Kontext wo eben Demokratie auch infrage gestellt wird Wo bestimmte Minderheitengruppen beschuldigt werden bestimmte Sachen gemacht zu haben um bestimmte politische Vorteile zu erzielen.
00:18:40: Das sehe ich so ein bisschen im Gefahr.
00:18:42: Es sind große Aufgaben, oder?
00:18:44: Also es hat sich doch verändert ... Eigentlich geht gar nicht mehr um das Nutzen dieser Medien und oder das Händeln dieser Medien.
00:18:50: Es geht um das kritische Hinterfragen auch vor allem, wenn ich sie richtig verstehe.
00:18:55: Wie mache ich das als Lehrpersonen?
00:18:57: Wie soll ich mich da fit machen?
00:19:00: bzw.
00:19:02: Ist ja ein narrasantes Tempo, wie sich das entwickelt.
00:19:05: Sie haben sehr selbst gesagt ... Wie soll ich damit umgehen?
00:19:08: Dass alle paar Monate ein neues Tool auf den Markt kommt, neue Möglichkeiten damit entstehen, wie ich KI verwenden kann oder sogar Bilder generieren kann und so weiter.
00:19:20: Ja, wie kann ich dem begegnen als Lehrpersonen?
00:19:24: Also, ich denke, Lehrpersoninnen sind so stark beansprucht durch gesellschaftliche Erwartungen, die an sie rangeragen werden wie noch nie Und da müssen Lehrpersonen auch sehr gut mit ihren Ressourcen umgehen.
00:19:36: Das Thema Gesundheit ist ja auch ein ziemlich wichtiges Thema für Lehrperson, wie kann ich im Beruf gesund bleiben?
00:19:43: Wie kann ich mich auch abgrenzen und ich denke, da müssten Lehrpersoninnen auch sicher abgrenzend von dem Anspruch alles zu jeder Zeit neu anzueignen.
00:19:53: Es ist nicht nur in der Medienwelt, dass neue Sachen entstehen die man eigentlich aufgreifen müsste sondern in verschiedenen anderen Bereichen auch.
00:20:00: Meine Überlegung dazu wäre, dass an Schulen sich Teams bilden.
00:20:04: Die Arbeitsteiligen sich bestimmte Sachen vornehmen und sich dann gegenseitig updaten.
00:20:10: Dass jemand sich bereiterklärt und sagt ich kümmere mich mal um Bildgenerierung mit KI, schaue mir da verschiedene aktuelle Programme an, probiere das aus und dann machen wir eine Sitzung und ich erzähle euch was ich rausgefunden habe und so profitiert ihr von meiner Erfahrung Und jemand anderes macht dann zu einem anderen Zeitpunkt ein anderes Thema, ein anderes Tool.
00:20:32: Vielleicht auch ein Input zur Social Media oder zum Thema Manusfare wo problematische Gender-Normen verhandelt werden im Internet und so könnte man sozusagen ressourcenschonend doch gewährleisten dass die Leute sich weiterbilden aber eben arbeitsteilig und dadurch schonend in Bezug auf die Frage ja wie kann ich gesund bleiben?
00:20:53: Und ideal wäre natürlich auch, wenn sie dann mit Stunden ausgestattet wären und das nicht in ihrer Freizeit machen.
00:21:00: Also eigentlich ein System, da ist so ein Experten-Expertin ein System oder Teacher-Lieder-System, wo man ja die Zusammenarbeit im Zentrum steht und man nicht allein Einzelkämpfer einzelkämpfern sein muss und sich alles aneignen muss sehr.
00:21:14: Dann gibt es natürlich die klassischen Weiterbildungsangebote, auch die man in Anspruch nehmen kann.
00:21:20: Und hin und wieder sind's vielleicht Schülerinnen und Schüler oder die jüngere Generationen, die man auch anzapfen kann sozusagen um sich was zeigen zu lassen.
00:21:31: Darüber wird ja auch mal wieder gesprochen dass sozusagen die Rollen sich verändern das es nicht mehr so ist.
00:21:37: Die ältere Person weiß alles und gibt es Wissen der Jüngeren weiter sondern dass es sich manchmal auch auflöst also dass es unterschiedliche Wissensbereiche gibt wo dann auch die jüngere Generation der Älteren etwas mitgeben kann.
00:21:50: Also das wäre vielleicht auch noch eine Möglichkeit.
00:21:53: Ich hatte mal eine schöne Situation in der Ausbildung.
00:21:57: Das war eine Gruppe von älteren Lehrpersonen, die einen Stufenumstieg angestrebt haben und dadurch nochmal studiert haben.
00:22:04: Eine Lehrperson hat ein Schüler mitgebracht, der uns ein Game präsentiert hat – also nicht nur darüber geredet sondern er hat es an Bima angeschlossen und er hat uns sozusagen was vorgegamed.
00:22:14: Wir konnten dann nachvollziehen wie ist die Spiellogik?
00:22:18: Was ist das Interessante an dem Game?
00:22:21: Und er hat dann auch sehr ehrlich über so Themen wie, wie kann ich das managen mit Suchtpotenzial?
00:22:28: Wie kann ich mich selber regulieren, dass ich nicht zu viel spiel und so.
00:22:31: Also es war eine ziemlich offene ehrliche Darstellung.
00:22:35: Das fand ein schönes Beispiel, wie eben die junge Generation dann auch Erfahrungswelten eröffnen kann für ältere, vielleicht nicht so in das Gaming-Zeit alter Reingeboren waren.
00:22:46: Gaming ist ja auch ein großer Teil, neben Social Media generell oder überhaupt digitale Medien.
00:22:52: Sie haben jetzt einen Beispiel gebracht, wo eigentlich die positive Seite oder etwas genutzt werden konnte im Kontext der pädagogischen Hochschule.
00:23:00: Wie sieht denn das in den Schulen aus?
00:23:02: Welchen Einfluss hat denn das Gaming auf vielleicht sogar den Unterricht ... Oder was kann ich davon aufgreifen, was kann man verwenden?
00:23:13: Wo legen aber auch die Grenzen und Risiken?
00:23:16: Idealerweise würden Lehrpersonen das Thema Gaming aufgreifend.
00:23:20: Und darüber reden, was gibt es für unterschiedliche Games?
00:23:23: Wo gibt's da endlich wie bei Social Media Chancen- und Risikens?
00:23:28: Es gibt sehr viele Games, die in Inhalt transportieren, wo man in einem historischen Setting ist oder impliziert, was lernt ... über ein Land oder eine historische Zeit.
00:23:42: Oder Geschicklichkeitsgames, und es gibt eben auch Games die sehr an Gewalt orientiert sind oder sexuelle Inhalte zeigen.
00:23:51: Ich denke das zu thematisieren wo sind da Chancen?
00:23:54: Wo sind Risiken?
00:23:55: Auch gegenüber den Eltern.
00:23:57: Ja ich denke das ist noch ein wichtiger Punkt die Eltern mit ins Boot zu holen also dass es für die Eltern transparent ist weil's gibt ja auf ne Diskussion muss man das den Eltern eigentlich überlassen, die Medienerziehung.
00:24:09: Und darf als Schule da gar nicht eingreifen, weil es auch was Privates ist.
00:24:13: Mein Ideal wäre, dass es quasi einen Ziehner in einem Strang ist.
00:24:17: Also das ist ein wichtiger Punkt der die Eltern bei allen Medienkompetenz-Vermittlungsbemühungen mit im Boot zu haben.
00:24:23: und manchmal ist es eben so, dass die Eltern auch profitieren noch von Medienkompatenzen, weil sie vielleicht gar nicht als gute Vorbilder agieren, weil Sie selber vielleicht auch nicht so gelernt haben oft am Handy sind.
00:24:36: Also
00:24:36: auch hier eigentlich das kritische Denken, beziehungsweise auch ein großer Teil Aufklärungsarbeit zu leisten?
00:24:44: Ja auf jeden Fall.
00:24:44: also das wäre eine Ebene die Games als Thema zum Thema machen darüber sprechen vielleicht auch wie ich das geschildert habe von dieser Unterrichtsszene dass man Games sich mal anschaut und analysiert dass wir nicht nur drüber reden sondern ein Game auch mal zeigt Das wäre ja auch so ne Idee.
00:25:00: aber man könnte auch Game-Elemente in Unterricht einbauen dass sozusagen spielerische Elemente aus der Gamewelt übertragen werden, auch zu der Aspekt um Punkte kämpfen im Wettbewerb mit einer anderen Gruppe sein.
00:25:15: Also es kann negative Formen von Wett Bewerbsorientierung geben aber auch positive, die einen Anreiz dann bedeuten oder das am Ende ein symbolischer Preis überreicht wird.
00:25:26: Also solche Bemühungen gibt's auch.
00:25:28: Und dann gibt es noch als dritte Ebene Games, die extra für pädagogische Kontexte konzipiert wurden – also Serious Games.
00:25:37: Das Ziel haben das Potenzial und die Motivationen, die man beim Gaming hat eben überzulenken für schulische Inhalte.
00:25:45: Das Problem ist nur dass der Markt nicht zu vergleichen ist mit dem nichtpädagogisch orientierten Markt weil eben die Absatzzahlen bisher noch gering sind.
00:25:55: und dann ist es bei der Game-Entwicklung oft so, dass sie ästhetisch nicht mithalten können mit den kommerziellen Games wo er unheimliche Summen drin stecken in der Entwicklung.
00:26:07: Also da würde ich mir noch mehr Nutzung von Potenzial wünschen weil eigentlich die Idee das jemand von der Schule heim kommt Mittag ist und sich an Computer sitzt und ein Game spielt das sozusagen Themen vertieft ihr am Vormittag vielleicht behandelt wurden spielerisch Also, das wäre eigentlich eine schöne Vorstellung.
00:26:25: Dass Leute dann nicht sagen, jetzt muss ich Ufzki machen, sondern so bin ich parat für mein Spiel und will da wieder weiterkommen.
00:26:32: Und nebenbei wird
00:26:34: gelernt.".
00:26:35: Aber wenn ich sie richtig verstehe, Holzwart, ist es eigentlich eine gemeinsame Verantwortung die dazu tragen ist?
00:26:40: Oder also von dem Sie über haben die Eltern angesprochen, wir haben aber auch die Schule angesprochen natürlich auch die Schülerinnen und Schüler angesprochen die quasi lernen sollen kritisch und kompetent mit diesen verschiedenen Aspekten dieser digitalen Medien umzugehen.
00:26:58: Aus Ihrer Erfahrung jetzt, aus der Arbeit mit Lehrpersonen, welche Kompetenzen brauchen den Lehrperson vor allem, um das zu leisten?
00:27:08: Um Kinder- und Jugendliche erfolgreich darin begleiten zu können in diesem Lernprozess?
00:27:13: Was raten Sie da oder was haben sie aus Erfahrung?
00:27:17: Also ich versuche viel an der eigenen Haltung zu arbeiten, also das studierende Zeit und Möglichkeiten bekommen drüber nachzudenken.
00:27:25: Wie stehe ich eigentlich zu den Medien?
00:27:28: Was ist meine Haltung?
00:27:29: Wie nutze ich die Medien?
00:27:31: Wo spüre ich selber dass es da Sachen gibt wo ich stolz bin, wo ich glücklich bin?
00:27:36: Wo Sachen mich bereichern?
00:27:37: Wo habe ich aber auch Mediennutzungsformen die ich kritisch sehe selbstkritisch?
00:27:42: Also da investiere ich eigentlich ziemlich viel in diese Reflexion der eigenen Haltung, in der Hoffnung dass dann sozusagen dadurch mehr Bewusstsein entsteht auch für die Entwicklung von Medienkompetenz.
00:27:53: Dann eine gute Ausbildung ist natürlich wichtig das man viele Hintergrundwissen hat über Medien.
00:27:58: ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel dass man die Medien nicht per se verurteilt und sagt alles ist schlecht Games sind schlecht.
00:28:04: Social Media ist schlecht.
00:28:06: Die Medien sind an sich an allem schuld was wir an Missständen haben.
00:28:10: Solche, ich übertreibe es jetzt ein bisschen, aber solche Zuschreibungen oder Attributionen von Schuld gibt's auch häufig.
00:28:16: Es kommt auch zum Ausdruck, wenn man vor Medienkonsum redet ist das eine sehr negative und abwertende Sichtweise finde ich, weil man sagt ja sie konsumieren...
00:28:26: Was wäre dann eine andere Formulierung?
00:28:29: Also ich sprech gerne von der Mediennutzung, weil das offen lässt ob das eben eher förderliche oder weniger förderliche Form ist.
00:28:38: Und die Medienforschung zeigt eben auch, dass sehr viele Rezeptionsprozesse mit Aktivität verbunden sind.
00:28:43: Also man selektiert Inhalte und weiß Bedeutungen zu.
00:28:47: Man redet drüber Anschlusskommunikationen – das hat man vorhin auch bei Social Media.
00:28:50: Es entstehen vielleicht auch Anschlushandlungen, dass man Tanz nachmacht.
00:28:55: Man sieht eine Fotoinspiration und macht es dann selber auf eine bestimmte Art fotografiert.
00:29:02: Dieser Begriff Konsum impliziert meistens auch so was Passives Es sind negative Inhalte oder nicht besonders kulturell wertvolle Inhalter, also da ist auch eine kulturelle Wertung drin.
00:29:13: Also das mir ein wichtiger Punkt, dass man da versucht ausgewogen zu sein und erst mal genau hinschaut bei einem Medienphänomen und guckt wo es denn eigentlich der Potenziale sind?
00:29:21: Und wo sind Risiken?
00:29:22: und ich vor schnell nur die Risiken gleich betont und was abwertet.
00:29:27: Oft werdet man ja auch Dinge ab, die man nicht kennt und verhindert dann auch damit, dass sich weiter damit beschäftigt.
00:29:32: und wir haben ja vorhin gehört... Es ist so ein großes Spektrum an spannenden Inhalten, aber auch Inhalte, wo man ganz problematische Werte vermittelt bekommt.
00:29:42: Schönheitsideale Reichtum, Selbstsexualisierung – also da gibt es wirklich beide Welten extrem!
00:29:53: Wie können wir denn als Lehrpersonen oder in der Bildung tätige Personen etwas uns bei den Kindern und Jugendlichen abschauen?
00:30:02: Im Umgang mit diesen digitalen Medien.
00:30:05: Ist das die Offenheit?
00:30:07: Ist es der Mut, auch Dinge auszuprobieren?
00:30:11: Ist das einfach auch das kompetente Umgehen mit diesen Tools ... Wo sehen Sie da?
00:30:17: eigentlich?
00:30:17: ein großes Potenzial von dem wir Gebrauch machen können, ist aber nicht tun!
00:30:23: Also mir fällt dazu ein dass junge Leute durchaus manchmal auch kritisch sind und gar nicht nur alles bejahen und gut finden also dass sie zum Beispiel die Fähigkeit haben zu Selbstkritik oder ihre eigene Generation auch kritisieren können.
00:30:38: Beispielsweise, wenn man im Schulhof einführt, dass man die Handys wegsteckt dann können Schülerinnen und Schüler auch sagen ja ich habe das geschätzt, dass wir wieder mehr miteinander reden Ich hab es geschätzten, dass mir mehr wieder Spiele spielen und solche Sachen.
00:30:53: Also manchmal denken Erwachsene vielleicht, dass die Jugendlichen immer alles gut finden Und je mehr Handy desto besser Nutzungszeit ihnen zur Verfügung steht, desto besser.
00:31:03: Aber vielleicht ist das ein Aspekt wo wir auch darauf aufbauen können dass sie durchaus auch kritisch sein können mit sich selber und auch ihre eigene Nutzung manchmal gar nicht so gut finden.
00:31:15: also ich krieg gerade von Studierenden die oft sehr selbstkritisch über ihre eigenen Nutzungen reden Und manchmal kriege ich auch Feedback, dass Sie es gut finden wenn ich am Anfang sage ja jetzt bitte Computer zu klappen, den brauchen wir gerade nicht.
00:31:28: Wir brauchen jetzt die
00:31:28: Aufmerksamkeit.".
00:31:30: Also das habe ich auch schon manchmal in Feedbacks gelesen, dass sie das eigentlich gut fanden und weil man dann auch nicht abgelenkt ist durch die Bildschirme der nebensitzenden Personen.
00:31:38: Und dazu neigt sich mehr noch zu involvieren?
00:31:42: Ich verstehe das so was Sie sagen als ein Vertrauen auch in eine differenzierte Herangehensweise oder auch einen Vertrauen in die Eigenverantwortung von Jugendlichen, von Schülerinnen.
00:31:55: Ich glaube nicht in dem Sinn, dass wir entbunden sind und denken, wir müssen nichts mehr machen.
00:32:00: Die sind ja schon kritisch genug.
00:32:03: Also ich denke es ist sehr starker Handlungsbedarf und es ist wichtig, kritische Fragen auch zu stellen.
00:32:10: Weil dieses selbstkritische Potenzial ist nicht bei allen Milieus sozusagen von jungen Menschen gleich verteilt aber ich denke das es gibt sollte auf jeden Fall gewürdigt werden.
00:32:24: Ja, ich würde sehr gerne noch mit Ihnen länger darüber sprechen.
00:32:27: Herr Holzwart, vielen Dank für dieses interessante Gespräch.
00:32:31: Wollten Sie noch etwas sagen?
00:32:32: Ein Punkt ist
00:32:32: immer wichtig was die Lehrpersonen brauchen neben der guten Ausbildung und neben sich einlassen auf die Medienwelten ist auch ein Rückhalt von der Schulleitung.
00:32:40: also dass es zum Beispiel wie eine Art gemeinsames Konzept gibt das Medienbildungen angeht Also dass man sich sozusagen sicher ist als Lehrperson, dass es wichtig genommen wird Und auch was die Regelungen von Mediennutzung angeht, dass man da eine klare Regelung hat an der Schule auf die man sich berufen kann und das nicht unterschiedlich gehandhabt wird.
00:33:01: Also das bezieht sich auch auf die aktuelle Debatte von Handyverboten oder Alterslimitierungen oder räumliche oder zeitliche Einschränkungen von Nutzung.
00:33:12: Oder Social Media-Verbot wird ja auch gerade intensiv diskutiert.
00:33:15: also dass da die Schule sozusagen in einem Strang zieht.
00:33:18: Das war mir noch ein wichtiger Punkt, um dass die Schulleitungen rückhalt gibt für das eigene Handeln bei der Kompetenz.
00:33:25: Nicht allein gelassen zu sein mit diesem Thema und diesen Herausforderungen.
00:33:29: Ja ich danke Ihnen herzlich für dieses interessante Gespräch!
00:33:33: Ich würde gerne noch länger mit Ihnen darüber sprechen, es ist so schnell vergangen.
00:33:37: Liebe Zuhörerinnen und Zuhäurer.
00:33:39: wenn Sie mehr Informationen und Angebote zum Thema Medien und Gesundheit suchen, so finden sie diese auch auf der Website phz.ch.
00:33:48: Schrägstrichmedien, Bindestrichgesundheit.
00:33:52: Herzlichen Dank!
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