Mehrsprachigkeit an Schulen – Belastung oder Ressource?
Shownotes
Die Schweiz ist ein Land der grosser Sprachvielfalt. Wie gehen wir mit dieser Vielfalt um? Wie gestalten wir die Mehrsprachigkeit an Schulen? Und welche Herausforderungen und Chancen sind damit verbunden?
Dazu kommen wir heute ins Gespräch mit Elvirë Sinani und Till Woerfel. Elvirë Sinani ist Lehrerin und QUIMS-Verantwortliche an der Primarschule Affoltern am Albis. Till Woerfel ist Professor für Fachdidaktiken und Mehrsprachigkeit an der PH Zürich. Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, wie sprachliche Vielfalt den Schulalltag prägt und wie Schulen einen konstruktiven Umgang mit Mehrsprachigkeit gestalten können.
Moderation: Wiltrud Weidinger
Veranstaltungshinweis:
Forschung im Dialog mit Till Woerfel und Elvirë Sinani zum Thema "Mehrsprachigkeit – beliebt, umkämpft, präsent" am 30.6.2026: https://phzh.ch/ueber-die-phzh/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung/?anlassId=144721618
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00:00:01: Das ist auch noch mal ganz wichtig, weil in dieser Debatte ja gerade auch diskutiert wird.
00:00:05: Brauchen wir jetzt von Beginn an separierte Klassen?
00:00:10: Das denke ich ist ein ganz falsches Signal, denn es geht auch immer darum Schülerinnen und Schüler lernen förderliche Interaktionen zu ermöglichen mit Peers.
00:00:20: Und wenn sie das nicht haben dann erschwert er den deutschen Erwerb und nicht umgekehrt.
00:00:26: Mehrsprachigkeit an
00:00:27: Schulen
00:00:28: Belastung oder Ressource.
00:00:30: Die Schweiz ist ein Land der großen Vielfalt.
00:00:33: Wie gehen wir mit dieser Vielfaltung um?
00:00:36: Wie gestalten wird die Mehrsprachigkeit an Schulen und welche Herausforderungen und Chancen sind damit verbunden?
00:00:43: Jetzt im Resonanz-Raumbildung, einen Podcast der Pär Zürich zu Gast Elvira Sinani von der Primarschule Affoltern am Albis
00:00:53: und
00:00:53: Tilwörfel von der Päher Züri Moderation
00:00:57: Wildruth
00:00:58: Weidinger.
00:01:01: Im Kanton Zürich wachsen über vierzig Prozent der Schülerinnen und Schüler Meersprachig auf.
00:01:06: So treffen heute in vielen Klassenzimmern Kinder aufeinander, die zu Hause albanisch, tamilisch, portugiesisch, arabisch oder türkisch sprechen – und in der Schule lernen sie gemeinsam!
00:01:17: Sollen diese mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen gefördert werden?
00:01:21: Und wie gehen Schulen- und Lehrpersonen im Klassen Zimmer mit der Mehrsprachigkeit
00:01:25: um?!
00:01:26: Dazu kommen wir heute ins Gespräch mit Elvira Sinani und Til Wörfel.
00:01:31: Elvira Sinani ist Lehrerin und quemsverantwortlicher an der Primarschule Apholtern am Albes.
00:01:37: Dilwervel ist Professor für Fachdidaktik Deutsch als Zweitsprache, und Mehrsprachigkeit an der PH Zürich.
00:01:44: Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf wie sprachliche Vielfalt den Schulalltag prägt – und wie Schulen einen konstruktiven Umgang mit mehr Sprachigkeit gestalten können.
00:01:53: Herzlich willkommen an Sie beide hier im Studio!
00:01:56: Mein Name ist Will Drotweidinger und ich moderiere diesen Podcast Gleich am Beginn.
00:02:00: eine persönliche Frage.
00:02:01: Es geht ja um Mehrsprachigkeit heute, mit wie vielen Sprachen sind denn Sie persönlich aufgewachsen?
00:02:08: Ich bin tatsächlich nur mit einer Sprache aufgewachsen, nämlich mit dem Deutschen und bin erst im Laufe der Schulzeit mehrsprachig geworden also ganz normal über den Fremdsprachenerwerb Englisch Französisch Latein und später habe ich aber auch noch weitere Fremd sprachen gelernt unter anderem auch türkisch die heute auch eine meiner Familien sprachen ist.
00:02:31: Danke vielmals!
00:02:32: Sie, Frau Sinani?
00:02:34: Also ich bin Jillan geboren, das ist im Kosovo und mit zwei sind wir in die Schweiz gezogen.
00:02:41: Und bis zum Kindergarten-Eitritt habe ich eigentlich nur albanisch geredet und nur albannisch gekannt.
00:02:47: Und danach kam es halt zu Schweizerdeutsch und Hochdeutsche der Schule.
00:02:52: So wie Thil gesagt hat, Französisch Englisch wurde dann noch dazu gekommen...
00:02:56: Beide mehrsprachig, aber verschiedene Ausgangspunkte für diese Mehrsprachigkeit.
00:03:01: Herr Wörfel, wenn wir vom Umgang mit Mehrsprachigkeit an Schulen sprechen ... Was ist damit also in Kürze eigentlich gemeint?
00:03:10: Sie haben es ja eben schon im Intro gesagt immer mehr Schülerinnen und Schüler wachsen mehr sprachig auf, kommen also mit mehreren Sprachen in die Schule sind also schon mehr Sprache nicht wie ich werden erst mehr sprache durch den schulischen Fremdsprachen erwerb.
00:03:24: Wenn wir über den Umgang mit Mehrsprachigkeit sprechen, dann erfahren wir in der Schule ganz häufig immer noch seine Aufteilung von guter und schlechter mehr Sprachigkeit.
00:03:36: Und ich zitiere das jetzt einfach auch aus der Literatur.
00:03:40: tatsächlich wie zum Beispiel die Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Gogolin sagt werden Sprachen in sogenannte legitime und illegitime Sprachen aufgeteilt.
00:03:51: Zu den legitimen Sprachen können also die, die wir alle in der Schule als Fremdsprachen lernen weil sie dort angeboten werden aber auch solche.
00:03:58: das sind noch häufig die sprachen die ja so ein marktwert erhöherndes status haben also so englisch französisch.
00:04:07: Und dagegen sind die illegitimen Sprachen, die die gar nicht im Fremdsprachenangebot auftauchen bzw.
00:04:15: denen irgendwie ein niedrigeres Prestige zugeschrieben wird.
00:04:18: Das sind ganz häufig am häufigsten gesprochene Immigrationssprachen in Einwanderungsgesellschaften.
00:04:24: Wo
00:04:24: ist das so?
00:04:25: Zum Beispiel in der Schweiz auch das Albanische oder das Russische, das Ukrainische und das Türkische Schülerinnen- und Schülern ... mit so einer entsprechenden familiären Herkunft oder entsprechend den Herkungssprachen, die sie in die Schulen mitbringen.
00:04:41: Die erfahren viel häufiger Diskriminierung im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern, die jetzt mit Deutsch- oder Englisch bilingual aufwachsen.
00:04:50: Aber die Mehrsprechkeit kann sowohl die illegitimen als auch die legitimen Fremdsprachen oder Sprachen ...
00:04:57: Wir unterscheiden in der Forschung überhaupt nicht, ob es sich um diese eine oder andere Sprache handelt.
00:05:04: Was uns eher interessiert ist einerseits, welchen Zusammenspiel gibt es zwischen dem Spracherwerb und auf der anderen Seite?
00:05:11: Wie können wir die didaktisch nutzen?
00:05:14: Vielen Dank!
00:05:15: Frau Sinani, Sie sind der Primarlärerin.
00:05:17: Wie viele unterschiedliche Sprachen werden denn in Ihrer Klasse zum Beispiel gesprochen?
00:05:23: Ja, wenn wir jetzt wirklich in meine Klasse schauen, dann sind es tatsächlich über vierzehn Prozent, die Deutsch nicht als Irrsprachente haben.
00:05:30: Und da sind ganz viele illegitime Sprachen vertreten, wie ich das gerade vom TIL gehört habe.
00:05:37: Also wir haben Albanisch, Afrikaans, Hindi, Polnisch, Russisch, Serbisch und Türkisch...
00:05:46: Und
00:05:47: ukrainisch vertreten.
00:05:48: aktuell ...
00:05:49: Also eine grosse Vielfalt.
00:05:51: Genau,
00:05:52: von sehr vielen verschiedenen Sprachen.
00:05:55: Von drei zwanzig Schülerinnen und Schülern reden rund fünfzehn Kinder nicht Deutsch als E-Sprache.
00:06:02: Herr Wörfel, wenn wir über die Mehrsprachigkeit an Schulen sprechen, dann taucht in den öffentlichen Debatten ja auch oft schnell die Sorge auf, dass so eine sprachliche Vielfaltung wie das Frau Sinani beschrieben hat den Unterricht erschwäre oder sogar mit tieferen schulischen Leistungen verbunden sei.
00:06:19: Insbesondere dann, wenn die Kinder, Schülerinnen und Schüler zu Hause kein Deutsch- oder wenigdeutsch sprechen?
00:06:27: Was sagt denn dazu eigentlich die Forschung?
00:06:30: Erst mal muss sprachliche Vielfalt den Unterrecht überhaupt nicht erschweren.
00:06:34: Das tut sie aus meiner Perspektive vor allem dann ... Wenn Lehrpersonen entsprechend didaktisch ausgebildet sind, also wenn sie wissen wie Sie mit sprachlicher Vielfalt umgehen können und wenn sie auch sprachliche Vielfalten verstehen.
00:06:48: Also wie entsteht eigentlich sprachlich vielfalt?
00:06:51: Dafür muss man wissen dass das nicht einfach per se ist.
00:06:53: Schülerinnen und Schüler die mehr Sprache aufwachsen sind per se schlechter im Deutschen.
00:06:57: Im Gegenteil Das liegt ganz stark an der sozialen Herkunft.
00:07:01: Und das ist Wissen was Lehrperson natürlich auch benötigen Um entsprechend didaktische auch vorzugehen.
00:07:09: Deswegen müssen wir das differenzierter betrachten.
00:07:12: Schülerinnen und Schüler, die zu Hause weniger Deutsch sprechen allgemein oder hören, brauchen eine zusätzliche Unterstützung.
00:07:20: Zum Beispiel im Dattsunterricht oder wie das an Quimps-Schulen auch praktiziert wird bei euch im sprachsensiblen Unterricht.
00:07:28: Das möchte ich hier noch mal betonen.
00:07:29: Auch einsprachig aufwachsende Schülerinnen und sprechen mit unter wenig Deutsch in den Familien.
00:07:36: Und das liegt primär an der sozialen Herkunft, überhaupt nicht an der Mehrsprachigkeit.
00:07:42: Also eigentlich interessant, dass sich diese Debatte immer noch hält, dass das Nachteile mit sich ziehen kann oder generell das Lernen erschweren könnte?
00:07:52: Wir sehen das ja immer wieder aufkommen, wenn dann die neuen Ergebnisse der ÖGK-Competenzchecks veröffentlicht werden.
00:07:59: Dann ist wieder Debatte naja wir sehen dass in den Klassen ja wo der Migrationsanteil höher ist aber nochmal es hat nicht den primären Grund liegt nicht im Migrationshintergrund sondern in sozialen Hintergrundmerkmalen.
00:08:13: und das ist auch noch mal ganz wichtig weil in dieser Debatte gerade auch diskutiert wird brauchen wir jetzt von Beginn an separierte Klassen.
00:08:22: Das ist ein ganz falsches Signal, weil es geht auch immer darum, Schülerinnen und Schüler lernen förderliche Interaktionen zu ermöglichen mit Peers.
00:08:33: Und wenn sie das nicht haben, dann erschwert er den deutschen Verb und nicht umgekehrt.
00:08:38: Also Lernchancen, Förderung, Gezielte.
00:08:41: Die auch gespeist ist von dem didaktischen Hintergrund, den ich als Lehrperson haben muss.
00:08:46: Frau Sinani der Lehrplan einundzwanzig, der sieht ja die Förderungen der individuellen und institutionellen Mehrsprachigkeit vor ihrer Meinung nach.
00:08:56: Wie sieht das aus in den Schulen?
00:08:58: Wie wird das gelebt?
00:09:00: Ich kann keine Statistik führen, aber es wird noch zu wenig gelebt.
00:09:05: Und ein Grund kann auch sein, dass die Lehrpersonen einfach nur zu wenige Erfahrungen haben in dieser Thematik und dass man wie noch etwas Respekt hat oder schüchig ist.
00:09:16: Angst hat vor dem ja ... Wie kommt denn das?
00:09:18: Wenn ich jetzt hier mehrere Sprachen im Unterricht zulassen würde.
00:09:22: Aber jetzt konkretes Beispiel!
00:09:25: Ich habe eine dritte Klasse.
00:09:26: Wir arbeiten mit einem neuen Deutschlehrmittel, Zürcherlehrmitteln, Deutsch Drei.
00:09:31: Und dort ist im zweiten Kapitel das Thema präsentieren und man schaut Schriften von aller Welt an.
00:09:38: Und dann kommt das Wahlmodul, und eines der Wahlmodulen heisst Mirsprachung unterwegs.
00:09:44: Das heisst du kannst es als Lehrperson wählen, es ist auch im Lehrplan drin wie bereits erwähnt wurde.
00:09:50: Ich habe das mit den Kindern gemacht.
00:09:52: wir haben bei langstrumpfsätzen genommen in verschiedensten Sprachen und vergleichen sie.
00:09:57: Es ist nicht die Idee, dass man etwas Zusätzliches machen muss sondern die Fachkompetenz Präsentieren steht im Vordergrund.
00:10:06: Und Mehrsprachigkeit ist einfach ein Instrument, um das noch üben zu können und es wird beurteilt wie andere Sequenzen auch.
00:10:15: Es ist nicht eine Zusatz- oder mehraufwand sondern es ist wirklich gezielte Förderung von Kompetenzen, die sowieso ...
00:10:22: Die sogar in den Lehrmitteln
00:10:25: sind?
00:10:25: Genau!
00:10:26: Frau Sinani, aus dem Blickwinkelte Lehrerin.
00:10:28: Wo sind denn Sie die grössten Chancen?
00:10:30: Aber auch die größten Herausforderungen im Umgang mit der Mehrspreikkeit im Unterricht?
00:10:36: Also ich persönlich sehe ganz klar viele Chancene und natürlich bringt das auch Herausforderungen mit sich.
00:10:43: aber ich gehe jetzt mal auf für mich eine wichtige Chance ein.
00:10:47: Ich habe das Gefühl wenn man diese Sprache vielfällt Wenn es in den Klassenzimmern Raum gibt dieser Sprachediversität dann tut man das wie anerkennen und sieht, was die Kinder von den Hämen so mitbringen.
00:11:01: Und dass sie sehen werden, bewirkt sehr viel bei den Kindern.
00:11:04: Das macht etwas mit ihnen.
00:11:07: Irgendwo durch ist es auch Beziehungsarbeit, in der ich mit den Kindern mache, wenn ich mir Sprachung unterwegs bin.
00:11:14: Hier kann ich auch gerade anhängen, was vielleicht eine Herausforderung ist.
00:11:19: Ich finde, es ist ja eine Haltungsfrage, wie man hier mit dieser Vielfalt im Klassenzimmer umgeht.
00:11:25: Und es kann passieren, bewusst und unbewusst, dass wir hier wie vielleicht in die Sofa-Tnäppchen treten.
00:11:32: Zum Beispiel?
00:11:33: Ein konkretes Beispiel ist uns sicher alle Leerpersonen schon einmal passiert.
00:11:38: Hey!
00:11:39: Wie heisst eigentlich Schmetterlinge in deiner Sprache?
00:11:41: Du rätst doch albanisch zu Hause... ...und das in deinem Sprach tut einem Kind vermitteln.
00:11:48: Deutsch ist nicht deine Sprache.
00:11:50: Und das gerade du und ich ... Das geht so etwas trennen, oder?
00:11:54: Und der redet mir hier von ordering.
00:11:57: Also das heisst, dass ich das Kind oder das Exponiere und die Rolle des albanisch sprechenden Kindern gibt.
00:12:04: Wie man es für mich vermieden kann, ist ganz einfach, indem wir das öffnet und sagt, weiss jemand wie man Schmetterling auf eine andere Sprache sagt!
00:12:13: Er kann kommen, was er will.
00:12:15: Dann können sie sich mitteilen, wo sie wollen und die, die nicht wollen, sicher nicht drängen.
00:12:21: Das ist ganz wichtig!
00:12:23: Also das Wohlbefinden, die Zugehörigkeit eigentlich ist oder diese
00:12:27: Beschreibung?
00:12:28: Genau.
00:12:28: Die Kraft des Umgangs mit der Mehrsprachigkeit im Unterricht ist.
00:12:33: Es sagen aber natürlich viele Lehrpersonen oder befürchten viele Lehrpersonen, dass gerade das Deutsche darunter leiden könnte Wenn ich jetzt zum Beispiel in meinem Unterricht als Primallehrerin auch anderen Sprachen den Raum gebe oder genau solche Beispiele mache, wie Frau Sinani beschrieben hat.
00:12:52: Was sagen Sie dazu?
00:12:53: Es bedeutet ja nicht, wenn ich mehr Sprachigkeit im Unterricht zulasse, dass die Lernaufgaben in zwanzig unterschiedlichen Sprachen bearbeitet werden.
00:13:02: Aber wenn ich sie zulasse dann ermöglicht es als Lehrperson das sie genutzt werden können auf dem Weg dahin, sie auf Deutsch zu bearbeiten.
00:13:11: Und das ist zum Beispiel auch was, wo nicht das Deutsche drunter leidet.
00:13:15: Sondern wo die Deutschkompetenzen gleichzeitig aber auch die fachlichen Kompetencen gestärkt werden können.
00:13:21: Das sind dann solche Trans-Languaging Ansätze
00:13:24: z.B.,
00:13:25: in dem mehrsprachige Ressourcen gezielt didaktisch genutzt werden.
00:13:30: Aber ganz wichtig wie du eben gesagt hast Elvira bei den Schülerinnen und Schülern, die sich auch darauf einlassen.
00:13:37: Und das ist auch etwas, was wir aus der Forschung sehen.
00:13:39: Ich kann das nur bestätigen nicht nur das, was du eben aus der Praxis erzählt hast.
00:13:43: Wir sehen es in den Forschungsergebnissen dass Schülerinnen und Schüler nicht unbedingt auf Knopfdruck ihre Sprachen benutzen möchten.
00:13:52: Das hat damit zu tun, dass sie's erstens nicht so gewöhnt sind.
00:13:56: Wir Forschende kommen dann und sagen hey für unser Projekt dürft ihr aber jetzt alle eure Sprachen benutzen?
00:14:02: Dann sind die erstmal skeptisch weil Sie das nicht unbedingt gewohnt sind.
00:14:06: Auf der anderen Seite ist das, was du in die Richtung gegangen bist.
00:14:11: Fühlen Sie sich auch selber nicht unbedingt als die Sprachexpertinnen und Sprachexperten, die wir ihnen zuschreiben?
00:14:19: Das war dieser Teil des Other Rings, wie du es angesprochen hast.
00:14:23: Wir überfordern Schülerinnen und Schüler.
00:14:25: Wie wichtig ist es, solches Wissen zu haben ... Das ist etwas, was wir auch noch mal mitnehmen müssen, wenn es um die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen geht.
00:14:36: Das ist das, was Wir insbesondere bei Lehrperson sind, die selber mehrsprachig aufgewachsen sind.
00:14:41: Vielleicht selber auch Migrationserfahrungen gemacht haben, denen viel höhere Sensibilität diesbezüglich hat als zum Beispiel Personen wie ich, die einsprachig aufgewachsen sind,
00:14:54: Das heißt, wenn ich sie richtig verstehe trägt die Mehrsprachigkeit im Unterricht nicht nur zu einem tieferen Verständnis von Sprache auch der deutschen Sprache bei sondern eben auch... Zur Zugehörigkeit, zur Identität vielleicht auch.
00:15:10: Genau und letztendlich auch zum schulsprachlichen Selbstbewusstsein.
00:15:14: Das ist eine Studie, die schon Anfang der neunziger Jahre in der Schweiz entstanden, die gezeigt hat das Wohlbefinden in der Schule oder vor allem dann das Nichtwohlbefinden zB durch Verbote du darfst deine X-Sprache hier nicht sprechen.
00:15:28: Hier wird nur Deutsch gesprochen, also solche assimilierenden Perspektiven ganz stark dazu führen dass die Zweitspracherwerbserfolg oder Entwicklung eher Verzöger.
00:15:38: und gleichzeitig wissen wir auch aus einschlägigen Studien zum Beispiel aus Belgien das Schülerinnen und Schülern die Schulen besuchen wie eben mehr kulturelle, mehr sprachige Perspektive haben, die das auch in Form z.B von mehrsprachigen antirassistischen Kurikula umsetzen Ähnlich auch hier an einzelnen Quims-Schulen, dass sie eine viel höhere Chance haben auf bessere schulische Leistungen.
00:16:03: Interessant!
00:16:05: Vielen Dank!
00:16:06: Frau Sinan, Sie wollen gerne noch etwas anfügen?
00:16:08: Ja ich habe zwei Praxisbeispiele, die genau das unterstreichen.
00:16:12: Ich mache seit mehreren Jahren einen Miersprachigenunterricht oder ein Sequenz im Unterricht.
00:16:19: Als ich angefangen habe, haben wir ein Gedicht auf Deutsch gelehrt.
00:16:22: Dann haben wir Schlüsselwörter rausgepickt und die Kinder in irgendeiner Sprache übersetzen oder ausduschen durften.
00:16:30: Der Bub, der sie in Polnisch redete, sagte, er mache es auf Polnische.
00:16:33: Dann ist er an den Platz.
00:16:35: Er kam zu mir und sagte, Frasinani, ich brauche Hilfe.
00:16:39: Ich weiss nicht mehr wie man fröhlich auf polnisch sagt.
00:16:41: Da habe ich gesagt, kein Problem!
00:16:42: Darf man doch schnell Google übersetzen?
00:16:45: Und dann, als er es gelesen hat, hat er sich auf die Stirn gehauen.
00:16:49: Ich weiss nicht wie das heisst, aber ich bin mir nicht gewohnt auf Polnisch zu denken in der Schule.
00:16:55: Das ist so wie ... Er ist im monolingualen Modus.
00:16:58: Er kommt in die Schule und Deutsch aktiviert und polnischer lässt mich ein wenig nach Hause.
00:17:04: Und jetzt haben wir das ja mehrmals gemacht.
00:17:07: Man merkt, dass die Kinder das brauchen um in den Billingualen Modus zu kommen.
00:17:13: Also man muss es wie immer wieder machen, kurze Kwänzen öffnen.
00:17:18: Weil gerade die Letzte haben wir einen Traumreis geschrieben.
00:17:22: zum zweiten Praxis-Bespiel, wo genau das passiert ist, dass sie in der
00:17:26: Nähe von
00:17:27: Ukraine geredet haben.
00:17:29: Zwei Mädchen, es ging darum, Ideen zu finden für den Traumreis und wir nahmen uns hier auf der Badegleite Küsse.
00:17:35: Und die sprudelten auf Ukrainisch.
00:17:38: Es kamen Ideen, die sie heranwenden, Ägypte auf dem Kamel reiten.
00:17:43: Ich habe nichts verstanden.
00:17:46: Immer im Moment wollen wir einschreiten und sagen, hey, wir haben jetzt Deutsch unterricht.
00:17:49: Aber habe ich gefunden?
00:17:50: Ich lasse es mal einfach laufen!
00:17:52: Und dann ist wie nachdem die Musik ausgegangen ist, mussten sie aufstehen, jeder an den Platz und anfangen einen Turf zu schreiben – und sie machten das super auf Deutsch.
00:18:01: Also der ... Teilen, die es um Ideen suchen gegangen haben, der auch von Kranisch zu machen hat ihnen jetzt die Hilfe und nicht irgendwie gehindert.
00:18:10: Das ist wie eben ein bisschen Mut haben das dann auch im Unterricht zuzuläumen.
00:18:14: Also eigentlich das Bauen einer Brücke zwischen zwei verschiedenen Formals, zwei verschiedenen Welten?
00:18:20: Genau!
00:18:21: Und ich glaube auch dass Kinder wissen, dass ich das zuläune, weil ich diese Haltung habe und dann kommt das so etwas natürlich.
00:18:28: Sie sind ja auch gewinnsverantwortlich.
00:18:29: Ist dies die Aufgabe?
00:18:31: von Quims verantwortlich?
00:18:32: Oder ist das, was man darunter verstehen könnte, wenn man sagt an unserer Schule es eben dieser Schwerpunkt und wir setzen uns ein für diese sprachliche Vielfalt.
00:18:41: Oder ist dies noch einmal etwas anderes?
00:18:44: Also Quims umfasst ganz viele Sachen und das ist wie so ein Teil, wo ich aber wie finde, da kommt wieder der Aspekt zu tolerieren von Diversität und als normales gesehener Klass.
00:18:57: Hier kommt dann die Details zum Fokus, was ich finde – das ist absolut kwimse!
00:19:02: Wir sind hier, um benachteiligte Kinder in der Bildungschance zu fördern und ihnen Sachen zu ermöglichen, die ja benachteilt sind für Kinder, die gerade diese Gruppen haben nicht Deutsch als Erstsprach haben.
00:19:16: Und da waren sie das Potenzial, an dem wir arbeiten können.
00:19:20: sieht und zu anderen kennen, wie wir das vorhin gesagt haben.
00:19:24: Das Tolle an den Quim-Schulen ist ja auch, dass die Einsparreckaufwachsenden von solchen Konzepten profitieren.
00:19:31: Wobei ich immer noch dafür eher plädieren würde, die Benachteiligungsquote nicht an Migrationen zu koppeln oder Migrationshintergrund als statistische Variable sondern eher ein sozialer Faktor.
00:19:46: Spannend, wer profitiert.
00:19:48: Wenn man sich diese Mehrsprachigkeitsdiskussion anseht und all die Aktivitäten, die Sie beschrieben haben, Frau Sinanen auch das Ziel von Quims sich ansieht im Bezug auf sprachliche Vielfalt würden sie sagen Herr Würfel dass auch das Erlernen von weiteren Sprachen davon profitiert.
00:20:05: also ich meine in der Primarschule kommt er dann irgendwann
00:20:07: englisch
00:20:08: französisch dazu oder begünstigt So ein Unterricht oder so einen Umgang mit Mehrsprachigkeit, dass sie lernen von weiteren Sprachen?
00:20:17: Wir sehen das bereits aus der Forschung.
00:20:19: Dass mehrsprache Schülerinnen und Schüler, die also schon mehrsprachig in die Schule kommen gegenüber den einsprachigen Schülerinnen- und Schüler im frühen Fremdsprachenerwerb Englisch Vorteile haben.
00:20:30: Der Vorteil ist ganz spannend.
00:20:32: Der geht dann aber zurück weil eben die Einsprachigaufwachsensschülerinnen und Schülern auch mehr sprachig werden und sozusagen auch aufholen können.
00:20:42: Damit ist auch, wir sprechen immer von mettersprachlichen Bewusstsein das Höhe Ausgeprägtes bei Meerspreikaufwachsenden Schülerinnen und Schüler.
00:20:50: Dieses metterssprachliche Bewusstsein ist durchaus mit Vorteilen verbunden.
00:20:55: Das kann aber auch Lernstrategien sein.
00:20:57: Das bezieht sich auch auf die Perspektiven, die mehr spreike Personen Aufsprachen haben.
00:21:02: Sie sind viel stärker schnell Gegensätze Gemeinsamkeiten Bestimmt nur außen von Sprachen, als das Einspreikaufwachsende sehen können.
00:21:11: Das ist ein Vorteil und es ist aber auch später beim Erwerb der dritten- vierten Fremdsprache vom Vorteil weil dann auf Sprachwissen aus verschiedenen Sprachen zurückgegriffen werden kann.
00:21:21: Auf Sprachlernstrategien.
00:21:23: Und das gilt aber auch für Personen wie mich die durch den Fremdsprachenunterricht erst mehr Speich geworden
00:21:29: sind.
00:21:29: Frau Sinane, können Sie das bestätigen?
00:21:31: Ich kann es auch bestätigen von der persönlichen Erfahrung, aber jetzt auch bei den Kindern.
00:21:37: Was mich zum Beispiel auch auffällt ist, wenn man in der dritten Klasse mit Englisch anfängt.
00:21:42: Kinder, die nur eine Sprachigerfahrung sind – also Erstsprachig-Aufwachsen – können am Anfang nicht so klar damit, dass die Lehrperson im Raum steht und ... etwas erzählt und ich verstehe wie nichts.
00:21:55: Das tut sie am Anfang recht für unsichern, und ich merke wieso.
00:21:59: Kinder, die so Erfahrungen schon gemacht haben, gehen viel lockerer mit dem um.
00:22:03: Ja man hockt hier im Raum und versteht vielleicht nicht gerade alles aber wir lernen das.
00:22:07: Es kommt Schritt für Schritt.
00:22:09: Das finde ich sieht mir wie auch.
00:22:12: Jetzt ist das natürlich viel für Lehrpersonen.
00:22:14: Sie haben das auch schon angesprochen, Herr Würfel.
00:22:16: Das Bedürfnis oder eigentlich der Bedarf, dass wir auch die angehende Lehrpersonin dementsprechend weiter ausbilden und auch die Lehrpersoninnen in den Weiterbildungen erreichen an der pädagogischen Hochschule Zürich.
00:22:28: aber wie schaffen wir es?
00:22:30: Oder was braucht eine Lehrperson um so eine offene Haltung zu entwickeln, um diese Mehrsprachigkeit dieser Vielfalt dieser sprachlichen Sozubegegenen?
00:22:39: Haben Sie da Tipps oder Anregungen, wie so etwas passieren könnte?
00:22:44: Ich sehe eine große Chance darin in der Schulentwicklung.
00:22:49: Wenn es zum Beispiel auch über die Schulleitung das Collegium mitzieht sich auf den Weg zu machen eine mehrsprachigkeitsorientierte Schule zu werden.
00:22:59: Da sehen wir auch in der Forschung dass das erfolgreicher ist wenn es eben nicht Einzelpersonen sind die sich auf dem Weg machen.
00:23:06: Aber ich kenne auch Beispiele aus Projekten, wo sich einzelne Lehrpersonen auf den Weg gemacht haben.
00:23:11: Die haben eine Weiterbildung besucht und haben dann die Schulleitung überzeugt, wir brauchen hier mal eine schulinterne Weiterbildung.
00:23:18: Und die Schulleitung hat sich darauf eingelassen.
00:23:21: Das ist so ne Erfolgsstory von einer Grundschule, die das so gemacht hat, also die selber erkannt hat.
00:23:27: Wir möchten etwas... anders machen, aber wir wissen noch nicht so genau wie.
00:23:32: Und die haben sich professionelle Hilfe von außen geholt und haben das aber kontinuierlich weiterentwickelt.
00:23:39: Professionelle Lerngemeinschaften sind hilfreich, aber ich glaube auch dass so grundsätzlich das eigene Umfeld auch hilfreich ist.
00:23:48: also wenn ich in einem umfeld aufwachse wenn meine Freundinnen und Freunde zum beispiel selber auch unterschiedliche sprachen sprechen dann habe ich automatisch eine andere Perspektive auf Mehrsprachigkeit, auf mehr Kulturalität.
00:24:01: oder auch mein Verständnis von Sprachen in Einwanderungsgesellschaften ist auch anders.
00:24:07: Genau und dann habe ich vielleicht nicht die Hemmung mit Sprachen zu handieren, so wie Sie das beschrieben haben vor Frau Sinane, die ich vielleicht gar nicht verstehe?
00:24:17: Oder die ich eben nicht sprechen kann?
00:24:20: Genau und das sind wir schon... viele Mehrsprachigkeitsbefürwortende Lehrpersonen gibt, die aber ... die äußern dann, wenn wir sie zu mehr Sprachigkeit oder in Einstellungen befragen.
00:24:31: Die äußeren dann so Ängste, Kontrollverlust?
00:24:37: Ja was ist, wenn ich das zulasse?
00:24:38: Aber ich verstehe ja gar nicht, ob der Schüler mich beleidigt.
00:24:43: und da hab' ich ein Aha-Erlebnis aus einer Weiterbildung gehabt.
00:24:47: Da kam eine Lehrperson nachher zu mir.
00:24:50: Die hatten eine Aufgabe bekommen, die sie umsetzen sollten in der eigenen Klasse Mehrsprachigkeit erheben und dann auch eine mehrsprachigkeits-didaktische Methode anzuwenden.
00:24:59: Und die beinhaltete ... Sie hat sich da eine ausgesucht, wo sie mehrere Schülerinnen zusammen mit einer Gruppe gepackt hat, die dieselbe Familie sprachen und hat sich darauf eingelassen.
00:25:13: Naja, ich hab jetzt nicht verstanden über was Sie da gesprochen haben.
00:25:16: Aber ich habe das Resultat gesehen auf Deutsch und konnte sehen die haben tatsächlich über die Aufgabe.
00:25:22: Die müssen über die Aufgaben gesprochen haben weil das resultat war.
00:25:26: Und das war nochmal für mich ein schöner A-H-Effekt wie auch Einstellungen oder Perspektiven sich ändern lassen wenn sich Lehrpersonen darauf einlassen und wenn sie aber auch entsprechende Hilfestellung bekommen Konkrete Materialien, die sie in der Praxis in ihren Kontexten einsetzen können.
00:25:45: Das ist sehr hilfreich!
00:25:47: Sie haben Beispiele aus diesen Schulen gebracht, die sich gemeinsam auf den Weg machen oder?
00:25:53: Wie muss man sich das vorstellen?
00:25:55: Ist jemand an der Schule so etwas initiiert?
00:25:58: Ist es eine Gruppe?
00:26:00: Ist das dann eine Bewegung?
00:26:01: Oder muss man wie versuchen anderen Board zu holen?
00:26:04: Was gibt's denn für Möglichkeiten, wenn man sagt, man möchte sich als Schule ... als Collegium sozusagen auf dem Weg machen.
00:26:12: In dem Beispiel, das ich eben genannt habe war das eine der Sprachbildungsbeauftragten und das waren aber dann noch mehrere Personen unter anderem auch eine Datslehrperson dabei die das als Vorschlag eingebracht haben in die Lehrerinkonferenz Und das muss man dazu sagen so was funktioniert natürlich nur mit einer Schulleitung Die damit zieht und die selber davon überzeugt ist.
00:26:38: Ich hab da keine anderen Erfolgsgeschichten
00:26:41: gehört.
00:26:42: Aber hinweise, wie so was geben könnte und vielleicht auch das machen oder das setzen von mittelfristigen Zielen?
00:26:48: Oder nicht gleich das große Ganze vor den Augen zu haben?
00:26:51: Vielleicht auch kleine Schritte zu machen hängt wahrscheinlich auch von Schule zur Schule ab?
00:26:54: Könnte ich mir vorstellen, oder ...
00:26:57: Genau!
00:26:57: Und das können wir auch noch mal wieder zurückspielen.
00:27:01: Das ist ja auch im Quims-Kontext so.
00:27:02: eine Quimsschule wird ja auch nicht einem auf das andere Schuljahr haben wir ein volles Konzept, sondern es sind ja viele Schritte, Entwicklungsschritte die überhaupt dahin führen.
00:27:14: Die auch weitergehen was bedeutet dass unser Schulkonzept jetzt zum Beispiel für Lehrpersonen die neu an der Schule anfangen, die noch gar nicht eventuell in dem Bereich sich weitergebildet
00:27:25: haben?
00:27:25: Wie ist das konkret wie muss man sich das vorstellen so ein umgesetztes Konzept im Rahmen von quims zum thema sprachliche Vielfalt Was passiert denn da?
00:27:35: Die letzten Jahre haben wir uns ganz fest fokussiert auf die Beurteilungspraxis, weil das ja der Schwerpunkt war bis jetzt.
00:27:43: Jetzt hat er den neuen Schwerpunkten gestartet.
00:27:45: In diesem Bereich haben wir nicht mit dem gesamten Team konkret geschaffen.
00:27:50: Das ist vereinzelt.
00:27:52: Ich bin in einer kleinen Projektgruppe dabei und arbeite zusammen mit einer H-Skaliererin im Handem.
00:27:59: Wir tauschen uns aus.
00:28:01: wie ausserhalb der Schule.
00:28:03: Jetzt im Rahmen unserer Schule, wie man sich das vorstellen kann – wenn wir jetzt zum Beispiel Bildungssprache – ist ganz lange unser Thema gewesen, weil wir es in den Fächer fördern können, dann machen wir Weiterbildungen dazu und tun das auf unsere Schule adaptieren.
00:28:20: Was wollen wir?
00:28:21: Wie wollen wir das umsetzen?
00:28:23: Und dann wird das über zwei bis drei Jahre entwickelt und fest verankert, wir haben so wie Minimal Standards.
00:28:30: Und ich könnte mir jetzt eben gut vorstellen, dass man in die Richtung gehen kann mit Mir-Sprachigkeitsunterricht – gerade mit dem neuen Schwerpunkt vielleicht auch oder überfachlichen Kompetenzen – und das irgendwie einflüssen lassen und dann auch, dass wir sagen können, hey, wir leben das!
00:28:47: Wir alle reden vom Gleiche und es ist nicht nur eine Person, die hier von diesem Projekt spricht.
00:28:53: Sie haben ein Standard zu erwähnen?
00:28:55: Was ist denn zum Beispiel so ein Minimum Standard, den Sie jetzt festgelegt haben oder der festgelegte wurde?
00:29:02: Unser Team hat in vielen Bereichen Minimums Standards.
00:29:05: Wir haben
00:29:06: z.B.,
00:29:07: wir machen die Projektunterricht auf jeder Stufe.
00:29:11: Wir hatten kooperative Lernformen, die wir vom Kind einführen.
00:29:15: Und dann geht das wie auf ein Projekt, Spiele verbinden.
00:29:19: Dass die Kinder zusammenkommen – ob Kindergeldner und Sechs Klassen zusammen oder zweit und dritt spielt keine Rolle – und Spiele spielen, wo wir mit ihnen aufgebaut haben, erlernt haben um eben in dieser Interaktion wieder zu kommen, die wir vorher auch schon erwähnt haben.
00:29:34: Also es sind so ... Verschiedene Bereiche aus den Schwerpunkten, die sich als Krims vorgibt.
00:29:41: Und dann einfach so für uns in der Praxis umsetzbar sind.
00:29:44: Auch Handlungsleitungen?
00:29:46: Genau!
00:29:47: Herr Wörfel, wie unterstützt denn die pädagogische Hochschule Zürich solche Schulen oder Schulen, die auf dem Weg machen wollen oder vielleicht auch Lehrpersonen, die interessiert sind?
00:29:58: Wir bieten erst mal ganz unterschiedliche Weiterbildungsformate zu diesen Themen an, die einzelne Lehrpersonen oder eben auch Schulen dann als schulinterne Weiterbildung buchen können.
00:30:09: Die können das auch individuell gestalten.
00:30:11: also anfragen wir interessieren uns für diesen Aspekt und dann gehen wir in den Austausch und bieten den Schulen ein maßgeschneidertes Konzept.
00:30:20: einerseits haben wir also solche individuellen Weiterbildung Formate aber Das Thema Mehrsprachigkeit, mehr Kulturalität, Umgang mit sprachlicher Vielfalt ist auch integraler Bestandteil zum Beispiel in den Lehrgängen Quims.
00:30:35: Im Lehrgang im CIS, im Certificate of Advanced Studies DATS, deutscher Zweitsprache oder auch im CAS Bili.
00:30:45: Der ist dann im Bereich Berufsfachschulen angesiedelt.
00:30:49: Dann bilden wir auch die Koordinatorin von, du hast es eben angesprochen.
00:30:54: Von den HSK-Trägerschaften Heimatsprach und Kultur.
00:30:57: Das ist so das Angebot in der Schweiz vor allem da staatlich auch gestützte zur Förderung von Mehrsprachigkeit von Herkunftssprachen.
00:31:06: Die Koordinatoren bilden mehr weiter Und dann haben wir auch in der Ausbildung vereinzelte verpflichtende aber überwiegend freiwillige Angebote, die die Themen aufgreifen.
00:31:16: Und letztendlich ist auch die Einrichtung meiner Professor ein Zeichen der pädagogischen Hochschule Zürich, dass wir in diesem Bereich uns weiterentwickeln.
00:31:26: Das heißt sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung und aber auch im Praxistransfer.
00:31:34: Also es gibt eigentlich für Schulen oder Lehrpersonen sehr viele verschiedene Andockmöglichkeiten.
00:31:39: Inhaltliche Schwerpunkte, die ich auch setzen kann, wenn nicht speziell als für Datsinteressiere oder für Quims Interessiere und auch wenn ich HSK-Lehrperson bin ... Kann ich mich an die pädagogische Hochschule Zürich wenden?
00:31:51: Eine Frage an Sie beide!
00:31:52: Was würden sie sich denn wünschen für die mehrsprachigen Kinder in unseren Schulen oder sagen wir mal so für die Kinder, die mehr Sprache aufwachsen?
00:32:02: Ich würde mir eine Lehrperson wie Elvira wünschen, die eine ressourcenorientierte Perspektive mitbringt.
00:32:11: Die Mehrsprachigkeit nicht als Defizit betrachtet, sondern als Chance und vor allem auch ... ja, als natürliche Begebenheit in unserer Gesellschaft und damit auch als natürliches Vorkommen in der Klasse.
00:32:25: Also sprachliche Bildung, die besprachliche Bildung, als integralen Bestandteil der sprachlichen Bildung versteht und das auch didaktisch nutzen kann.
00:32:37: Sehr schön formuliert!
00:32:39: Wenn ich die Frage denke, wenn ich persönlich in der Beschuldung war, bin ich hier jeden Mittwoch nachmittag im albanischen Unterricht.
00:32:48: Und es hat mich einfach niemand gewusst oder gefühlt interessiert, dass ich da nicht immer freiwillig dort her bin.
00:32:56: Ich möchte wieder Kinder zeigen ... Ich weiss von meiner Klasse, wer Hasenkontorricht besucht, ihnen wie auch die Zeige oder in der Mut machen, dass das etwas toll ist und es wichtig ist.
00:33:08: Und ich bin bewundern für dieses.
00:33:11: Und eben den Dürre öffnen und dann bringen zwei Sachen mit vom Hasenkonto-Richt.
00:33:17: Und
00:33:17: präsentieren das dann, wie stolz ... Eben noch mal ... Ich habe das vorhin schon erwähnt, dass andere kennen und diesen Raum geben, dass sie gesehen werden.
00:33:26: Ich meine, Kinder wollen gesehen werden?
00:33:28: Das ist das Wichtigste, wenn du als Lehrperson das Kind siehst.
00:33:32: Es ist Beziehungsarbeit und ich wünsche mir, dass ganz viele Lehrpersonen wie gehören und verstanden haben – es bewirkt viel!
00:33:40: Es hat einen grossen Einfluss auf die Selbstwirksamkeit der Kinder, wie sie sich gesehen fühlen und geschätzt fühlen von den Lehrpersonn.
00:33:50: Vielen Dank für dieses sehr interessante und spannende Gespräch an Sie beide.
00:33:54: Mehr Informationen zum Thema Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache finden Sie auf der Website phz.ch.
00:34:03: schrägstrich DAZ, und am dreißigsten sechsten findet auch die nächste Veranstaltung der Reihe Forschung im Dialog Zum Thema Mehr Sprachigkeit beliebt umkämpft präsent
00:34:15: statt.
00:34:16: Till Wörfel und Elvira Sinane werden auch da an Podium zu sehen sein!
00:34:21: Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.
00:34:23: Danke.
00:34:24: –
00:34:24: Danke auch!
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